Eine ereignisreiche Woche voller Sport und Austausch geht zu Ende

Eine ereignisreiche Woche ist zu Ende gegangen. Ein ausgelassener Abschlussabend in der Stadiongaststätte “La Cantina”, am Abreisetag noch zwei letzte deutsch-französische Spiele und anschließend ein entspannter Nachmittag mit Fußball- und Volleyballspielen im Sportzentrum rundeten diesen Aufenthalt der Handballmannschaften aus Allauch ab. Beim abendlichen Abschied war zu spüren, dass Gastfamilien und Gäste eine schöne Woche miteinander verbracht hatten.

Mit dem engagierten TSV Handballtrainer Nico Wohlschlegel, der sich in dieser Woche sehr eingebracht hatte, wurde schon der Wunsch für weiteren Austausch besprochen: z.B. 2025 mit Vaterstettener Mannschaften in Allauch und dann 2026 wieder Allaucher Mannschaften in Vaterstetten. Ein großes Dankeschön vom Allauchverein an die Gastgeber und Trainer und alle, die sich sehr engagiert haben! 

Handball Besuch aus Allauch

Unsere Gäste aus Allauch sind nach einer langen Nachtfahrt gut in Vaterstetten angekommen und wurden schon von den Gastfamilien erwartet.

Am Nachmittag haben sie bei einem Bayernliga Spiel die Vaterstettener Damen Mannschaft angefeuert, die das Spiel gewannen.
Diese Woche ist gefüllt mit Trainings zusammen mit den Vaterstettener Mannschaften, aber auch mit Ausflügen u.a. nach München und zum Herrenchiemsee.

Kleines „Gipfeltreffen“ auf der Kugler Alm

In der letzten Ausgabe des „Lebendigen Vaterstetten“ berichteten wir schon vom Oktoberfestbesuch unserer südfranzösischen Freunde aus Allauch. Neben Oktoberfest- und München-Besuchen gab es für Gäste und Gastgeber auch eine Führung in Vaterstetten mit Georg Reitsberger, bei der selbst alteingesessene Vaterstettener einiges Neue über ihre Heimatgemeinde erfahren konnten. Die kleine Gruppe um Bürgermeister de Cala aus der Kommunalverwaltung in Allauch lernte zudem am Oktoberfestmontag unsere Kreisstadt Ebersberg im Rahmen einer Stadtführung in französischer Sprache kennen.

Nach dieser Führung lud Leonhard Spitzauer sein französisches Pendant Lionel de Cala und seine Begleitung, sowie den Landrat Robert Niedergesäß und als Dolmetscherin Hannelore Beier-Endl  vom Allauch-Komitee in Vaterstetten zum Mittagessen in den Wirtsgarten der Kugler Alm in Ebersberg ein. Der Ort für dieses erste Treffen der Rathauschefs war perfekt gewählt. Umgeben von den sanften Hügeln der oberbayrischen Landschaft tauschte man sich beim guten Essen aus, ganz so, wie es unseren französischen Freunden gefällt.

Die Konversation lief weitgehend auf Englisch ab, nur selten kam die Dolmetscherin zum Einsatz. Auf Anhieb wurden mehrere Gemeinsamkeiten festgestellt. Beide Rathauschefs sind mit Ende 30 relativ junge Bürgermeister von etwa gleich großen Gemeinden (ca. 26.000 bzw. 21.000 Einwohner). Sowohl Leonhard Spitzauer als auch Lionel de Cala sind junge Familienväter und haben jeweils einen kleinen Sohn.

Der Bürgermeister aus Allauch schätzt die Arbeit der beiden Partnerschaftskomitees in Allauch und Vaterstetten sehr und ist bei offiziellen partnerschaftlichen Veranstaltungen in Allauch immer dabei. Er macht sich auch Gedanken darüber, auf welchen Ebenen partnerschaftliche Begegnungen stattfinden könnten. So erzählte er, dass der Handballverein in Allauch sehr an einer Begegnung mit einem Vaterstettener Handballverein interessiert wäre. Herr Spitzauer seinerseits teilte mit, dass ihn sein Pfingsturlaub nach Südfrankreich führen werde und dass er am gemeinsamen Partnerschaftsfest während unseres Allauch-Besuchs im Mai nächsten Jahres teilnehmen werde.

Nach der Begegnung der beiden Bürgermeister schrieb Lionel de Cala auf einer sozialen Plattform zu einem Foto, das beide in Ebersberg zeigt: „Kultur, Sport, Erziehung… Mehr als 40 Jahre Freundschaft zwischen unseren Gemeinden dank des Komitees Allauch-Vaterstetten. Es ist an uns, diesen Austausch zu erhalten!

Auf einen Aspekt der südfranzösischen und im Besonderen der Kultur in Allauch werden wir im November in einer Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der VHS Vaterstetten eingehen: „Südfranzösische Traditionen rund um die Jahreswende“ (Kurs Nr. Q7283).

Wir werden von südfranzösischen Traditionen an Weihnachten und rund um die Jahreswende erzählen und davon, was es zum Beispiel mit den Zahlen 3 und 13 auf sich hat. Seien Sie gespannt!

Schon jetzt möchten wir Sie auf unsere Krippen-Matinee aufmerksam machen. Sie findet dieses Jahr am 03. Dezember um 11:00 Uhr statt. Einlass ist um 10:15 Uhr.

Herzliche Frühjahrsgrüße! – Ostern 2019

Liebe Mitglieder und Freunde der Partnerschaft ,

kaum sind die Schneemassen vom Februar geschmolzen, verwöhnt uns die intensive Frühlingssonne mit fast sommerlicher Wärme kurz vor Ostern. Wir hoffen, dass Sie alle ein schönes Osterfest hatten oder noch haben – vielleicht gab es ja auch ein nettes Überraschungsei für Sie in Form eines schönen Erlebnisses mit Familie und Freunden.

Und was tut sich im Allauchverein? Beim Februar-Stammtisch gab es eine fulminante Show über das Blumen- bzw. Zitronenfest in Nizza und Menton. Manfred Büche hat seine Eindrücke in Bild und Ton festgehalten, und alle Anwesenden waren von der Farbenpracht der gezeigten Fotos mitgerissen.
Der März-Stammtisch war dann wieder ein gewohntes gemütliches Beisammensein. Der nächste Stammtisch findet am Mittwoch, 24. April, um 19:30 Uhr im Alten Hof statt. 

Wir freuen uns, wenn Sie sich auch in den Osterferien dafür Zeit nehmen. Gleich in der Woche darauf, am Montag, 29. April, erwartet Sie ein unterhaltsamer französischer Film „Ein Sommer in der Provence“ um 19.00 Uhr im Clubraum der Kirche „Maria Königin“. Wie immer wird der Film auf Französisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Der Film von Rose Bosch ist ein tragikomisches Familiendrama, in dem Generationenkonflikte vor der malerischen Kulisse der Provence ausgetragen werden. Der Zuschauer darf aber natürlich auf ein positives Ende hoffen. Gerne verwöhnen wir Sie an diesem Abend wieder mit unseren selbstgebackenen Quiches und verschiedenen Getränken

Unsere jugendlichen Komiteemitglieder waren in diesem Monat sehr aktiv: Frederik Kammel und Hendrik Keipert haben gemeinsam mit zwei Mitgliedern des Komitees Vaterstetten – Trogir an einer interessanten Tagung in Bonn teilgenommen. Der Titel „Europa entwickeln – aber wie?“ mit Vorträgen und Workshops hat zu vielen guten Ideen geführt, von denen wir hoffen, dass sie realisiert werden können. Unsere Jugend ist jedenfalls hochmotiviert!

Ebenso im April hat eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Humboldt-Gymnasiums „Partnerschaftsluft“ geschnuppert. (Siehe Bericht hierunter). Die Baldhamer Realschule, die mit dem Allaucher collège in Kontakt ist, hat in diesem Jahr statt des Austausches einen Sprachkurs in Antibes auf dem Programm.

Um den Kontakt mit unseren Freunden in Allauch zu stärken, hatte unser Vorstandskollege Günter Lölkes die Idee, in unregelmäßigen Abständen Informationen aus unserer Gemeinde an den französischen Vorstand zu schicken, einen „Brief aus Vaterstetten“ („Lettre de Vaterstetten“) auf Französisch. Wer diese Briefe noch nicht erhalten hat, kann sie in Kürze auch in der neuen Rubrik auf unserer Homepage nachlesen. Die Informationen sind ganz unterschiedlicher Art, der letzte Brief behandelt beispielsweise unsere Osterbräuche und den Brauch des Maibaumaufstellens (und –stehlens) in Bayern.
Vielleicht gelingt es, dass in Zukunft auch die Franzosen parallel dazu einen „Brief aus Allauch“ erstellen, für den wir auch eine eigene Rubrik einrichten. Der Anfang ist gemacht: Chantal Bertin hat uns ein Schreiben mit Geschichten rund um die Kathedrale von Notre-Dame in Paris zukommen lassen, die am 15. April durch einen Brand so schwer zerstört wurde. Wir hoffen, dass dieses Symbol Frankreichs in einer gemeinsamen Anstrengung in den geplanten fünf Jahren wieder aufgebaut werden kann.

Weitere Planungen in unserem Komitee: Wir werden in Kürze beginnen, Teile der Homepage (jeweils nur ein Resumée ) auf Französisch zu übersetzen, so dass unsere Allaucher Freunde durch einen einfachen Klick Interessantes über die Partnerschaftsaktivitäten nachlesen können. 
Die Allauchreise findet wie bekannt dieses Jahr vom 14. bis 21. Juni statt wegen des späten Pfingstfestes. Es besteht bereits eine Warteliste. Die Franzosen haben ihren Gegenbesuch so geplant, dass sie diesmal beim Vaterstettener Straßenfest anwesend sind, da sie gerne mit uns feiern und sehr bedauern, dass das Volksfest seit Jahren so gelegt wurde, dass sie nicht mehr daran teilnehmen können, heuer sogar in die Pfingstferien, wenn unsere Reisegruppe in Allauch ist!
Wir würden uns aber sehr freuen, wenn viele „Daheimgebliebene“ am Volksfesteinzug am 19. Juni teilnähmen! 

Mit allen guten Wünschen für eine entspannte und abwechslungsreiche Oster- und Frühlingszeit,
Ihr Allauchkomitee

Allauch – „un certain art de ville“ für Anfänger – April 2019

Bericht von Hanni Beier-Endl , Humboldt-Gymnasium

22 Schüler der achten Klassen des Humboldt-Gymnasiums Vaterstetten nahmen in diesem Schuljahr am Französischaustausch mit dem Collège Arc de Meyran in Aix en Provence teil. Vom 26.03. bis zum 03.04.2019 besuchten sie ihre Austauschpartner in der malerischen südfranzösischen Stadt.

Neben Avignon, Marseille und Aix stand wie jedes Jahr auch Vaterstettens Partnergemeinde Allauch auf dem Besuchsprogramm. Wie immer führte Rita Sogno vom Partnerschaftsverein durch den typischen, auf einem Hügel erbauten südfranzösischen Ort. Mit ihrer Stadtführung zog sie die Schüler dadurch in ihren Bann, dass sie Anekdoten und Legenden über die Partnergemeinde erzählte und auf Zahlen und trockene Fakten weitgehend verzichtete.

Auf dem Weg zur Wallfahrtskapelle „Notre-Dame du Château“ hörten die Jugendlichen an einem Torbogen am Eingang zum ehemaligen Schloss die erste Legende. Diese besagt, dass in der Nische des Torbogens einst eine Marienstatue stand. Eine Schäferin, die eines Abends den Torbogen passierte, wollte von der Marienstatue wissen, wann ihr dringlichster Wunsch in Erfüllung ginge und sie einen Mann fände. Als die Statue ihr nicht antwortete, warf sie 10 Steine nach ihr. Daraufhin antwortete die Statue zum Leidwesen der Schäferin, dass sie nun noch 10 Jahre warten müsse bis sie einen Mann bekäme. Seitdem kommen immer wieder junge Frauen zu diesem Bogen und werfen Steine in die Nische, um zu erfahren, wie lange sie noch warten müssen, bis sie den Mann ihrer Träume treffen. Jeder Stein, der wieder herunterfällt, bedeutet ein Jahr des Wartens. 

Fast alle Jugendlichen der Schülergruppe befragten das „Steinorakel“ und erfuhren, dass sie noch Wartezeiten zwischen einem und zehn Jahren auf sich nehmen müssen.

Neu war den meisten Besuchern auch, dass Marseille seine Entstehung Allauch verdankt, denn die Tochter des Fürsten Allaudius aus dem Gebiet des heutigen Allauch erwählte den Griechen Prothis zum Gemahl. Dieser war mit seinem Schiff am Alten Hafen gelandet. Als Mitgift erhielt die Fürstentochter das Gebiet um den Alten Hafen. Dort begründete das junge Ehepaar eine Siedlung, aus der das spätere Marseille erwuchs.

Da es auf dem Hügel von Allauch einst fünf Windmühlen gab, durfte auch der Besuch einer renovierten Mühle aus dem Jahr 1729 nicht fehlen. Jeden ersten Sonntag im Monat wird sie heute noch zu Demonstrationszwecken in Betrieb genommen. Rita Sogno erklärte und zeigte den Schülern ausführlich, wie so eine Windmühle funktioniert.

Mittags lud das Partnerschaftskomitee die Schülergruppe und ihre Begleitlehrer zum Mittagessen in ein Restaurant ein. Ganz besonders genossen die Jugendlichen das Nachspeisenbuffet mit frischen Erdbeeren, „mousse au chocolat“ und anderen süßen Köstlichkeiten.

Ein letzter Besuch galt dem Nougatier, wo die jungen Vaterstettener reichlich typische regionale Köstlichkeiten erstanden.

Der Besuch Allauchs war auch in diesem Schuljahr eines der Highlights des Besuchprogramms und das nicht nur wegen des schönen Wetters und der Aussicht bis nach Marseille mit der Kirche „Notre Dame de la Garde“ und den vorgelagerten Inseln, sondern weil man in Allauch immer einen sehr entspannten Tag bei Freunden genießen kann!

Das Frühjahr im Zeichen des Schulaustausches – März 2017

Nach dem Besuch der Gymnasiasten aus Aix en Provence Ende März trafen schon bald die Realschüler aus Allauch in Vaterstetten ein. Ein interessantes Programm war von den Lehrerinnen organisiert worden, das vom Allauchkomitee durch eine Einladung auf den Reitsberger Hof und in die Landlust bei traumhaft warmem Frühlingswetter bereichert werden konnte.

Hier der Bericht der Lehrerin Frau Pade und ein Foto, das für sich spricht!
„Im Rahmen des Allauch-Austausches  der Realschule Vaterstetten mit  dem Collège Yves Montand besuchten die französischen Schüler den Reitsberger Hof. Nach einer interessanten Hofführung durch Herrn Reitsberger durften die französischen Schüler eine aufregende Traktorfahrt unternehmen.  Den krönenden Abschluss bildete ein gemeinsames Weißwurstessen, bei dem die Schüler aus Allauch auch bayrische Köstlichkeiten wie das bayrische Bier (natürlich alkoholfrei) kennenlernen durften. Unsere französischen Austauschschüler und deren Lehrerinnen, Mme Herbreteau et Mme Arslanian, haben den Vormittag sehr genossen. 
Wir bedanken uns hiermit noch einmal herzlich bei dem Vaterstettener Partnerschaftskomitee für die großzügige Einladung zu diesem besonderen Anlass. 
Fachschaft Französisch der Realschule Vaterstetten“

Schüleraustausch – Februar 2016

Seit zwei Jahrzehnten findet am Humboldt-Gymnasium Vaterstetten jährlich ein Schüleraustausch mit dem Collège Arc de Meyran in Aix en Provence statt. Dieses Jahr hielt sich die südfranzösische Schülergruppe vom 22. Februar bis zum 1. März bei ihren Austauschpartnern in Oberbayern auf. Die Gäste kamen bei frühlingshaften Temperaturen an, es schien als hätten sie die südliche Sonne im Gepäck. Doch schon am nächsten Tag kehrte der Winter mit dichtem Schneefall zurück – zur großen Freude der französischen Jugendlichen! Ein winterliches Highlight war das gemeinsame Eislaufen mit der deutschen Partnergruppe im Olympiaeisstadion.

Natürlich kam auch die Kultur der Region während des neuntägigen Austauschs nicht zu kurz. Auf dem Programm standen unter anderem eine Führung in Regensburg, die Besichtigung von Schloss Nymphenburg, eine Rallye im Olympiagelände und ein Besuch des deutschen Museums. Der erste Bürgermeister Vaterstettens empfing die Gruppe mit Brezen und Getränken im Rathaus Vaterstetten. Neben geschichtlichen Fakten über das Verhältnis von Bayern und Frankreich sprach Herr Reitsberger auch über die sehr enge freundschaftliche Partnerschaft Vaterstettens mit seiner Partnergemeinde Allauch, die nun schon seit 34 Jahren besteht.

Die Schülergruppe des Humboldt-Gymnasiums wird während ihres Gegenbesuchs in Aix vom 26. April bis zum 04. Mai 2016 einen Tag in Allauch verbringen und dort die neu eröffnete Windmühle in Aktion erleben.

Die Geburt der Partnerschaft

Ein Beitrag von Wilfried Gillmeister

Was in den 70er Jahren als sich langsam aber stetig ausweitender Schüleraustausch zwischen den Gymnasien von Vaterstetten und Aix-en-Provence entwickelte, sollte zum Wechsel in das neue Jahrzehnt von Vaterstettener Seite in das Bedürfnis, das Leben in unserer Gemeinde attraktiver zu gestalten, in Form der gezielten Suche nach einer geeigneten Städtepartnerschaft mit einer vergleichbaren französischen Gemeinde münden.
So kam der damalige Organisator des Vaterstettener Schüleraustausches, Studienrat Franz Werner, im Frühjahr 1981 mit der frohen Kunde, nördlich von Marseille fündig geworden zu sein, ins Rathaus Vaterstetten. Aufgrund seiner im laufe der Jahre gewachsenen zahlreichen Kontakte erhielt Franz Werner von Anne-Marie Bost den entscheidenden Hinweis auf Allauch. Nicht nur das: Er brachte sogleich eine Einladung an die Handball-Männermannschaft des TSV Vaterstetten mit, zum Pfingstturnier nach Allauch zu kommen.

Gleichzeitig nahm der damalige Bürgermeister Martin Berger die Gelegenheit wahr, seinen Allaucher Amtskollegen Roland Povinelli zum Tanz um den Maibaum der Vaterstettener Feuerwehr zu laden. Was für ein Fest! Vaterstetten zeigte sich von seiner eindruckvollsten Seite, alles, was zur Maibaumaufstellung dazugehört wurde aufgeboten, und der Landwirt Hans Luft räumte und öffnete seine große Gerätehalle für ein zünftiges Tanzfest. Vaterstetten ließ es bajuwarisch krachen, was das Zeug hielt. Das Ehepaar Povinelli mit Begleitpersonal war beeindruckt von der spontanen Gastfreundschaft, und Josef Hartmann, der erste Vorsitzende des Vaterstettener Komitees, ließ sein Bauunternehmen für ein paar Tage im Stich, um den französischen Gästen unser geliebtes Oberbayern von der schönsten Seite zu zeigen.

Ebenso überwältigt von den ersten Eindrücken kam die Handball-Männermannschaft des TSV eine Woche später aus Allauch zurück. Nicht nur sportliche Erfolge und Santons als Gastgeschenke im Gepäck, sondern das sichere Gespür für die aufrichtigen und festen Absichten auch bei den Bürgern von Allauch hinsichtlich einer gemeinsamen Partnerschaft wurde als Signal ins Rathaus weitergegeben.

In Vaterstetten sollte die positive Stimmung genutzt und intensiviert werden. Nach einem offiziellen Gegenbesuch der Vaterstettener Gemeindeverwaltung in Allauch lud die VHS Vaterstetten die Bürgermeister Dresel von Grasbrunn und Schneider aus Neubiberg ein, um deren Erfahrungen mit schon bestehenden Partnerschaften in unsere Vorbereitungsaktivitäten einzubringen.
Französischkurse erlebten in der Folgezeit eine ungeahnte Renaissance. Die Sportler des TSV Vaterstetten bereiteten sich für den Besuch von 55 Bürgern zu Ostern 1982 vor. Ziel dieser Begegnung war vor allem, die französischen Gäste in die Vaterstettener Familien hineinzubringen, damit die Partnerschaft schon im Vorfeld von vielen Bürgern getragen wird und der Eindruck einer Partnerschaft „von oben“ gar nicht erst entstehen sollte.

Für unsere französischen Freunde war die damalige erste große Begegnung ein wahrer Härtetest. Weißwürste und Schweinsbraen wurden mit nicht immer gleicher Begeisterung vertilgt, Gemeinderat Claude Guibert erlernte die Kunst des „Ozapfns“, Schuhplattler und Goaßlschnalzer in kracherten Lederhosen sorgten beim Mairsamer in Pöring für den Rahmen erster Fraternisierungsversuche. Und so nebenbei wurde im Gymnasium in der bei Handballfesten typischen Stimmung Sportliches geboten.

Nach dieser Begegnung war eines sicher: beide Gemeinden freuten sich auf den Abschluss des Partnerschaftsvertrages, der aus der Bürgersicht eigentlich nicht mehr nötig war. Die Jumelage lebte schon!