Vorweihnachtsstimmung in Allauch

Anders als bei uns in Vaterstetten und in ganz Bayern gab es in Allauch einen Weihnachtsmarkt vom 10. – 12. Dezember. Er wurde dieses Jahr schon am Freitagnachmittag vor dem 3. Adventswochenende eröffnet vom Bürgermeister Lionel de Cala und der Künstlerin Joya, die aus Allauch stammt und zwei Lieder von ihrer neuen CD sang. Viele Besucher kamen, um sich auf die Festtage einzustimmen.
Hübsche Geschenkartikel wie Schmuck, Kerzen, Santons und vieles mehr lockten zum Kauf. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, wobei die Franzosen selten vor Ort etwas verzehren: Sie nehmen die Leckereien mit heim, um dort ein richtiges Mahl damit zu gestalten. An den rustikalen Blockhütten und Ständen gibt es auch Champagner, Wein und Foie Gras zu kaufen, sowie provenzalische süße Spezialitäten wie schwarzen und weißen Nougat, Calissons, Honigbonbons oder “Suce miel” – Honiglutschstangen.

Der Weihnachtsmarkt in Allauch ist nicht beschaulich oder besinnlich – es ist keine stade Zeit – sondern laut, voller Musik und Lebensfreude. Stelzenläufer und sogenannte „Mascottes“ (verkleidete Figuren wie z.B. Mickey Mouse) erfreuen und unterhalten Jung und Alt. Auch der „Père Noël“ – der Weihnachtsmann – ist immer da für die Kinder, die ihren Wunschzettel dann direkt am Markt in den Weihnachtsbriefkasten einwerfen können.
Eine sehr schöne und besondere Tradition des Allaucher Weihnachtsmarktes ist es, dass neues oder gut erhaltenes Spielzeug, welches nicht mehr gebraucht wird, gespendet werden kann. Dazu steht extra eine große Holzhütte bereit, die jedes Jahr großzügig von den Marktbesuchern gefüllt wird, sehr zur Freude armer Kinder. Leider durften heuer pandemiebedingt keine Kuscheltiere gespendet werden.
Übrigens ist selbst in der milden Provence ein Winter kein Winter ohne Schlittschuhlaufen, und so kann man in Allauch im Théâtre de Nature seit dem 27. November bis zum 27. Dezember auf 200 m2 diesen “Wintersport” ausüben – ein Spaß für Groß und Klein. Auch dort wird der Père Noël am 18. Dezember vorbeischauen, den Kinder Süßes mitbringen und für Fotos bereitstehen.
Wie schade, dass wir vom Vaterstettener Komitee all dies versäumen mussten und, wie schon 2020, auch heuer aufgrund der Pandemie keinen bayerischen Stand auf dem Allaucher Weihnachtsmarkt hatten. Unsere vielen dortigen Freunde haben uns sehr vermisst, denn nicht nur die Dekoration unseres Standes hebt sich immer von den anderen ab, sondern auch unser Warenangebot: Die weihnachtlichen Holzfiguren und Räuchermännchen, die Adventskränze, der weiße Glühwein, der “Amour chaud” und vor allem die köstlichen Weihnachtsplätzchen unserer Mitglieder erfreuen sich immer großer Beliebtheit.
Nun hoffen wir auf den Weihnachtsmarkt 2022 – sowohl für uns in Allauch wie für das französische Partnerschaftskomitee in Vaterstetten. Dass der Lavendel vor unserer Haustür jetzt immer noch blüht wollen wir als gutes Zeichen nehmen!

“ABGESAGT” …

….sind nun tatsächlich alle adventlichen Events bei uns. Auch die provenzalische Krippe im Atrium wird nicht aufgebaut, da das Rathaus nur mit vorherigem Termin zu betreten ist – ein Organisationsaufwand für 5 Wochen, der nicht zu stemmen wäre.

In Allauch hingegen läuft alles wie geplant. Der Andrang an der Orsini – Krippe ist riesengroß und die Schwarzlicht-Atmosphäre im Vieux Bassin sehr beeindruckend. Die Adventslichterpracht unserer Partnerstadt wartet auf ihren großen Moment, und in der Kirche St. Sébastien bereitet man sich auf ein wunderschönes Konzert vor: Gospel- und Weihnachstlieder vom Chor “Divin’ Gospel”.

Uns in Vaterstetten steht eine “stade Zeit” im Advent bevor – hoffentlich bleibt jeder gesund und kann sie bei Kerzenlicht genießen!

Adventliche Vorbereitungen

Lange schon liefen die Vorbereitungen für die Adventszeit bei uns, denn endlich stand wieder viel Schönes auf dem Programm der Partnerschaft. Nicht nur das französische Komitee wollte auch heuer provenzalische Waren an zwei Ständen auf unserem Vaterstettener Christkindlmarkt anbieten, sondern zusätzlich hatten sich 30 (geimpfte) Franzosen zum 1. Advent angemeldet, um unseren und viele andere Weihnachtsmärkte zu besuchen. Große Vorfreude herrschte auf beiden Seiten, sich endlich wiederzusehen nach der langen Corona bedingten Pause. Ein interessantes Ausflugsprogramm wurde von uns minutiös vorbereitet, nette (geimpfte) Gastgeber erfolgreich gesucht.
Nun würden die vielen Allaucher Freunde auch einmal unsere schöne Orsini-Krippe im Rathaus bewundern können und die feierliche Eröffnungsmatinee am Adventssonntag miterleben! Zwar erlaubt das Rathaus wegen der Pandemie nur maximal 50 Besucher nach der 2G-Regel , doch immerhin hätten unsere französischen Gäste mit ihren Gastfamilien Gelegenheit, ein wunderbares kleines Konzert in festlichem Rahmen zu genießen mit zwei Virtuosinnen aus unserer Gemeinde: Sunny Howard (Geige) und Ingrid Westermeier (Gitarre) mit einem tollen internationalen Programm. 

In diesem Jahr sollte auch der Besuch von Komiteemitgliedern aus Vaterstetten auf dem Allaucher Weihnachtsmarkt wieder stattfinden dürfen – die Verkaufsware wartet seit 2 Jahren auf unsere dortigen Freunde. Also buchten wir rechtzeitig unsere Tickets für die Reise zum 3. Adventswochenende. Doch nun sind die Coronainfektionen wieder ins Uferlose gestiegen, und reihenweise werden Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen abgesagt. So steht zur Monatsmitte des November leider schon eines fest: Kein Besuch der Franzosen bei uns, kein Besuch unseres Komitees auf dem Allaucher Markt, welch Enttäuschung für alle! Und wer weiß, was bis Monatsende sonst noch entfallen muss …

In Allauch hingegen laufen die adventlichen Vorbereitungen auf Hochtouren. Schon lange ist unser Santonnier-Freund Gilbert Orsini dabei, seine Krippenwelt aufzubauen, die endlich wieder im “Vieux Bassin”, dem alten Wasserspeicher mitten in Allauch steht. Am 13. November wurde sie eröffnet und wird bis zum 30. Januar viele Besucher begeistert haben.
Am 21. November kommt das traditionelle Eselsfest, “Fête de l’Âne”, zu Ehren der fleißigen Esel, die insbesondere in den Hügeln von Allauch nach wie vor ihre Dienste tun. Damit verbunden ist ein wunderbarer Trachtenumzug – einige von uns durften im Dezember 2014 alles miterleben (siehe auch unter “Vergangene Beiträge”).
Am 26. November wird Allauchs Bürgermeister Lionel de Cala die große Weihnachtsbeleuchtung einschalten, die Stadt wird in einem unglaublichen Lichtermeer erstrahlen, ja, dann steht wirklich Advent vor der Tür!

Gemischtes hier und dort – September & Oktober

Die Zeit nach den Sommerferien verging schnell – das Leben schien sich hier und in Allauch zu normalisieren dank Coronatests und Impfungen. Die dortige Jugend nahm wieder rege an dem umfangreichen Ferienprogramm teil, das die Gemeinde für alle Altersklassen alljährlich organisiert.
Doch Wetterkapriolen machten unseren Freunden zu schaffen: Hitze und Mistral fachten etliche Brände um unsere Partnerstadt an, konnten aber glücklicherweise rechtzeitig gelöscht werden, und nach schweren Unwettern mit Starkregen versank so manches Auto in Allauch zur Hälfte im Wasser.

Bei den Partnerschaftskomitees hier und dort herrschte Vorfreude auf den geplanten Besuch einer Reisegruppe aus Vaterstetten in den Herbstferien als Ersatz für die ausgefallene Pfingstfahrt. Endlich sollte man sich nach der langen Pause wiedersehen können!
Um neue Gastgeber und Interessierte an der Partnerschaft zu finden, organisierte das französische Komitee eine schöne Ausflugsfahrt in die Camargue mit Bootsfahrt und leckerem Menü. Im Nu war der Bus ausgebucht und die Rechnung ging auf: Viele neue Bürger Allauchs erfuhren Details über die Partnerschaft und zeigten sich sehr offen, daran in Zukunft teilzunehmen.
Doch je näher der Reisetermin Ende Oktober kam, desto brenzliger wurde die Coronalage in der Region Bouches-du-Rhône, zu der Allauch gehört. Eingestuft als “Zone rouge” – rote Zone – riet das Auswärtige Amt von touristischen Reisen dahin ab, was wir natürlich respektierten. Große Enttäuschung, aber auch Verständnis auf beiden Seiten.

Besonders schade war die notwendige Absage, weil dieser Aufenthalt ein außergewöhnliches Highlight beinhaltet hätte: Das Zauberfestival “Magic Allauch-Ween” der Zauberschule von Arthur Tivoli und Céline Amoroso “Les magiciens du Garlaban”. Am gesamten Halloween-Wochenende sollten auf Allauchs Straßen, in Cafés und Restaurants Magier ihre Kunst darbieten. Wir alle hätten sehr gerne diese “zauberhafte” Stimmung miterlebt, umso mehr, als unser Vorstandsmitglied Manfred Büche als Gastzauberer dabei gewesen wäre. Aber wieder einmal hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht – wie schade!
Während wir in Vaterstetten blieben, genossen unsere Allaucher Freunde das Festival, allerdings in leicht veränderter Form: Wegen einer massiven Schlechtwetterfront wurde die Zaubershow in eine Halle verlegt, was dem Erfolg aber keinen Abbruch tat. Nun hoffen wir, Arthur und Céline und ihre Zauberkünste im kommenden Jahr kennen zu lernen – vielleicht sogar hier in Vaterstetten? Wer weiß!

Hauptversammlung und Nationalfeiertag

Im Frühjahr 2020 wäre sie fällig gewesen, unsere Hauptversammlung mit Neuwahlen. Nun endlich konnte sie am 14.Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen, nachgeholt werden. Es wurde ein entspannter Abend im gemütlichen OHA Vaterstetten mit vielen Gästen, denen man anmerkte, wie froh sie über diese Möglichkeit eines persönlichen Treffens waren und die beim späteren Umtrunk ausgiebig miteinander plauderten.
Vier Komiteemitglieder konnten zwar leider nicht anwesend sein, hatten jedoch ihren Wunsch geäußert, weiterhin dem Vorstand anzugehören. Bei der Neuwahl wurden sämtliche bisherigen Mitglieder in ihrem Amt bestätigt und auf Wunsch des Komitees Gabriele Reinhardt als weitere Beisitzerin hinzugewählt. Den 14 Aktiven steht nun eine intensive Zeit bevor, denn 2022 ist der 40. Geburtstag der Partnerschaft
Spontan erklärten drei Anwesende ihr Interesse an einer Mitgliedschaft, an erster Stelle Bürgermeister Leonhard Spitzauer, der zusammen mit seinem Vorgänger Georg Reitsberger anwesend war. Die 2. Bürgermeisterin Maria Wirnitzer sowie weitere Gemeinderäte hatten sich wegen Urlaubs entschuldigt, ebenso der 3. Bürgermeister Roland Meier, der einen Auswärtstermin wahrnehmen musste.

vordere Reihe von li. n. re.: Gaby Eichner (2. Vors.), Ursel Franz (1. Vors.), Udo Engelhardt (Kassier)
hintere Reihe von li. n. re.: Inge Mayer-Simon, Manfred Büche, Hendrik Keipert, Gabriele Reinhardt, Günter Lölkes, Doris Mühlner-Hofmann (Schriftführerin) und Gaby Lopez
Nicht anwesend: Hannelore Beier-Endl, Laura Voggenreither, Frederik Kammel und Jan Eichner

In Allauch wurde der 14. Juli wieder mit einem großen Fest begangen, allerdings diesmal ohne Feuerwerk wegen des starken Windes und der großen Waldbrandgefahr. Bereits am Vortag waren alle Feuerwehrleute sowie auch Löschflugzeuge nahe Allauch im Einsatz – glücklicherweise bekamen sie das Feuer unter Kontrolle.
Auch ohne “feu d’artifice” herrschte am Nationalfeiertag in Allauch Village beste Stimmung, köstliches Essen wurde in Food-trucks, Restaurants und Cafés serviert und bei den beiden “bals populaires” wurde zu heißer Musik begeistert getanzt!

Neue Lebensfreude

Allauch bereitete sich im Juni auf den Sommer vor – durch strenge Hygienemaßnahmen etwas eingeschränkt, jedoch voller Elan. Das lang geschlossene Hallenbad wurde endlich wieder eröffnet, und schöne Plakate rufen die Jugend aller Altersgruppen auf, sich für Sommerevents in den großen Ferien anzumelden.
Der Gemeindeteil “La Pounche” erfährt neue Belebung durch einen wöchentlichen Abendmarkt, der Berufstätigen auch zu späterer Stunde den Einkauf frischester Ware ermöglicht.
In Allauch wird die Bevölkerung zum Turnier “L’Allaudienne de Pétanque” aufgerufen, dem Lieblingssport der Franzosen (entspricht dem Boulespiel).
Die St. Jean – Woche um die Sonnenwende herum ist gefüllt mit schönen Veranstaltungen wie z.B. der “Nacht der Musik”, dem “Marché Nocturne”, dem Johannisfeuer etc.
Auch die Freilichtbühne bietet nun ein regelmäßiges Programm an Schauspielen oder Konzerten – das Leben pulsiert wieder in unserer Partnerstadt! 

Unsere Sehnsucht nach Allauch ist seit Pandemiebeginn besonders groß. Sehnsucht nach unseren Freunden, nach der herrlichen Landschaft und auch nach den kulinarischen Köstlichkeiten, die uns dort immer präsentiert werden.
Dass zumindest dieses letzte Problem behoben werden konnte, verdanken wir der VHS Vaterstetten und der französischen “Köchin aus Leidenschaft” Laure Heurlin aus München. Kaum hatten wir in der Februarausgabe des Lebendigen Vaterstetten von dem gemeinsamen Projekt “Kochen wie in Allauch” berichtet, schon war der Kurs ausgebucht.
Doch auch der Allauchvorstand wollte sehr gern französisch schlemmen, und so trafen sich Begeisterte Hobbyköchinnen und ein Hobbykoch zum extra anberaumten “Kochkurs auf Bestellung” in der perfekt ausgestatteten Küche der VHS.
Der im Nachbarraum einladend gedeckte und mit Lavendel provenzalisch dekorierte Tisch wartete schon auf all das, was wir dann gemeinsam herstellten: Artischocken- und Auberginen-Kaviar, Anchoiade, Tapenade, Fougasse, Salade nicoise, Ratatouille, Samossas de thon, Pissaladière, Ratatouille mit Ziegenkäse und Parmesan Crumble, Törtchen mit Haselnüssen und Pinienkernen, weiche Zitronen-Oliven-Kekse und Panna cotta mit Aprikosen und Rosmarin. Dass vorweg ein Pastis als Aperitif gereicht wurde und zum Essen ein kühler Roséwein , machte die provenzalisch Atmosphäre komplett. Es war für alle ein wunderbarer und köstlicher Abend!
In den vorhergehenden Wochen hatten sich etliche Interessierte bereits durch einen französischen Mini-Konversationskurs auf Land und Leute vorbereitet. An 3 Abenden wurde Geschichtliches und Aktuelles erörtert, auch mit Zoom-Zuschaltung einiger Mitglieder des französischen Komitees. Der Allauchvorstand bedankt sich hiermit noch einmal ganz herzlich bei der VHS Vaterstetten und bei der Köchin Laure Heurlin, dass diese Veranstaltungen möglich waren. Weitere gemeinsame Projekte sind schon in Planung.

Thymianduft und Blumenpracht

Die “Collines” erwachen farbenfroh und duftend zum Leben, und einen Spaziergang hier oben genießen viele Bewohner Allauchs. Schließlich fällt die Abstandsregelung hier nicht schwer, die Masken haben Pause und selbst, als man einen Passierschein benötigte und sich nur in kleinem Radius um seine Wohnung herum bewegen durfte, hatten zum Glück viele Menschen die Collines in der Nähe.
Hinzu kommt, dass von Mai an schnell genug der Zeitpunkt naht, zu dem die schönen Wandermöglichkeiten wegen der Waldbrandgefahr nicht mehr genutzt werden können. Im Ort selber dürfen nun auch endlich die ersten Restaurant-Terrassen wieder öffnen, wo man mit strengen Hygienevorschriften doch einen Hauch von Normalität erleben kann.

Trotzdem bleibt das “Chalet de la Gastronomie” noch weiterhin im Zentrum der Stadt bestehen, um zusätzlich all denen eine Umsatzchance zu bieten, deren Lokal keine Terrasse hat, und das ist in den engen Gassen der Altstadt oft der Fall.
Statt des Restaurantbusses steht nun regelmäßig der Impfbus in Allauch, der von den Bewohnern intensiv genutzt wird. Jeder hofft – genau wie wir – dass bald wieder offizielle Treffen und Austauschaktivitäten der Partnerschaften stattfinden können. Drücken wir einander die Daumen!

Von Pflanzen und Tieren

Regelmäßig wiederkehrende Aktionen läuten in Allauch alljährlich das Frühjahr ein. Dazu gehört z.B. der Tag der Aufforstung – “La journée de reboisement” – an dem sich heuer am 21. März wieder über 2000 Allaucher Bürger aller Altersgruppen beteiligten, um aktiv am Aufforstungsprojekt teilzunehmen, das auch dem neuen Bürgermeister Lionel de Cala sehr am Herzen liegt. Die Gemeinde von Allauch hat eine Fläche von 5.030 ha, davon liegen 4.000 ha in den Collines, die Allauch wie ein Gürtel umgeben und ein wichtiges Erholungsgebiet darstellen. Es gilt, diese einzigartige Landschaft zu pflegen und für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Kleine und große Helfer und Mitglieder aus allen Vereinen, die mit den Collines verbunden sind, von den Wandervereinen über den Partnerschaftsverein bis zur Feuerwehr, von den Umweltschutzorganisationen bis zu den Imkern, Schulklassen und Familien waren an diesem sonnigen Tag im Einsatz für die Erhaltung der Collines. In familiärer Atmosphäre pflanzten sie die unterschiedlichsten heimischen Bäume und Sträucher: Eichen, Pistazienbäume, Erdbeerbäume, Lorbeer- und Thymianbüsche. Mehr als 2.500 Pflanzen wurden mit Sorgfalt von den vielen Freiwilligen gesetzt. Und diese Aktion wird keine Einzelaktion bleiben: Jede Schulklasse in der Gemeinde soll in den Wochen danach einen Schultag in den Collines verbringen. Auch den Kindern und Jugendlichen soll dieser Naturschatz ans Herz wachsen.

Sich in intakter Natur frei bewegen zu können, ist in Zeiten von Corona wichtiger denn je. Daran angeschlossen hat sich in diesem Jahr eine zusätzliche Aktion, die den Ruf Allauchs zur ersten umweltbewussten Gemeinde der Provence festigen soll: die altbewährte ökologische Pflege von Grünflächen durch Esel. Seit Februar läuft der einjährige Vertrag der Gemeinde Allauch mit einem Eselzüchter der Region, der nun 10 „neue Bewohner“ in die Hügel von Allauch entsandt hat, die all das fressen werden und sollen, was in den Collines nicht erwünscht ist.
Ein Highlight im Frühling ist auch der Pflanzen- und Blumenmarkt, der “Marché aux Plantes et aux Fleurs“, der am Sonntag, 28. März im Zentrum Allauchs stattfand und das Herz der Blumenliebhaber mit seiner Blütenpracht und dem Duft des Frühlings höherschlagen ließ. Alle kamen auf ihre Kosten: Hobbygärtner und Neugierige, angehende und erfahrene Gärtner, denen die Profis mit Rat und Tat zur Verfügung standen.
Erfreulicherweise konnte der Markt trotz Corona stattfinden. Die Maskenpflicht und andere Maßnahmen, wie ein festgelegter Rundweg durch den Markt, machten es möglich. Übrigens ist Allauch nicht nur traditionsbewusst, sondern auch fortschrittlich: Heuer wurde dort die erste Elektrotankstelle eröffnet!

Zoomstammtisch und Mandelblüte

Es war eine neue Erfahrung, Stammtisch per Zoom, doch ein großer Erfolg! Über 20 Teilnehmer trafen sich zum digitalen gemütlichen Beisammensein im Februar. Sich endlich wieder sehen können, Erfahrungen austauschen, miteinander „anstoßen“ hat allen viel Freude bereitet. Auch die Möglichkeit der sogenannten Chatrooms wurde gern dazu genutzt, sich in kleinen Gruppen zu unterhalten, in einem „Room“ sogar auf Französisch. Dies wollen wir gerne beibehalten, solange kein echtes Treffen im Alten Hof möglich ist. Der Zugangscode steht unter „Termine“.

Sehnsüchtig denken wir alle an Allauch, wo schon seit Mitte Februar die weißen Blüten der Mandelbäume vor dem tiefblauen Himmel leuchten, so auch am Weg zur Kapelle Notre Dame du Château, den viele Vaterstettener von der traditionellen Pfingstreise her kennen, wenn er umsäumt ist von unzähligen Kakteenblüten, Margeriten und „coquelicots“, den schönen roten Mohnblumen.
Doch nicht nur wir lieben Allauch: Präsident Macron und seine Frau wurden dort ohne Vorankündigung im August 2017 bei der Mühle gesehen, und nun nahm auch Frankreichs größter Fernsehsender TF1 die wunderbare Frühlingsatmosphäre in unserer Partnerstadt zum Anlass für eine Reportage. Gefilmt wurde insbesondere in der 1368 ha großen „Domaine de Pichauris“, einem Naturpark mit vielen Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie. Große steinerne Tische und Bänke laden zum Picknick ein, viel Platz ist reserviert für Sport und Spiel, und endlose Wege animieren zum Radeln oder Wandern.
Allauchreisende kennen diesen Park sehr gut, denn hier findet immer unser köstliches Büfett mit Komitee und Gastgebern zum Auftakt der Urlaubswoche statt, verbunden mit einem anschließenden spannenden Bouleturnier.

Aber nicht nur die Fernsehsendung über den Park von Pichauris war eine tolle Reklame für Allauch: Ende letzten Jahres wurde in allen französischen Départements die „Miss Élégance“ gewählt, und für das Département Bouches du Rhône (über 5000 km2 groß mit mehr als 2 Millionen Einwohnern) gewann eine hübsche junge Dame aus Allauch diesen Titel: Jade Ricci. Sie durfte im Februar dieses Jahres an der Wahl zur „Miss Élégance France“ teilnehmen, und auch, wenn sie nicht gewinnen konnte, so war und ist sie doch eine ausgesprochen attraktive Repräsentantin Allauchs, und man ist zu Recht sehr stolz auf sie!

All diese positiven Nachrichten könnten uns fast die negativen Corona-Inzidenzen in der Region Bouches du Rhône vergessen lassen, doch leider ist die Lage nach wie vor nicht gut. Aus dem „Resto-Bus“ in Allauch ist inzwischen ein fest installiertes „Chalet de la Gastronomie“ geworden, um den Restaurants zu helfen. Die Einschränkungen und Auflagen sind nach wie vor hoch, und so haben wir mit dem französischen Komitee die Verschiebung unserer Pfingstreise auf die Herbstferien beschlossen. Auch das Internationale Festival de Magie musste abgesagt werden und ist nun für 2022 geplant – möglicherweise wird aber eine nationale Version in kleinerem Format im Herbst stattfinden, zum „Allauchween“, wie der Directeur de l’Ecole de Magie Arthur Tivoli schreibt. Dann wären wir ja möglicherweise auch vor Ort! 

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die für den Allauchverein geplanten VHS Frühjahrskurse: Der Kochkurs ist ausgebucht, beim Konversationskurs L7270 im Juni wären noch einige Plätze frei.
Also bitte schnell anmelden:
VHS Vaterstetten: Kurssuche (vhs-vaterstetten.de)

Partnerschaft in Pandemiezeiten

Leider kommt zuerst eine traurige Nachricht. Am Anfang dieses neuen Jahres erfuhren wir, dass unser langjähriges Mitglied Joachim Lucke verstorben ist. Familie Lucke war seit Anbeginn der Partnerschaft als Gastgeber im Einsatz und selber mehrfach in Allauch – wir sind ihnen sehr dankbar für ihr großes Engagement. Wir wünschen Frau Lucke viel Kraft in dieser ohnehin schwierigen Corona-Zeit und werden ihrem Mann ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Pandemie hat uns alle schon lange ausgebremst in unseren gewohnten Partnerschaftsaktivitäten, doch geht unser Blick regelmäßig virtuell nach Allauch. Trotz des Lockdowns, der in Frankreich „confinement“ heißt, versucht der neue Bürgermeister Lionel de Cala, möglichst viel Normalität in unserer Partnerstadt zu erhalten, natürlich unter Berücksichtigung der erforderlichen Hygienemaßnahmen und Maskenpflicht. So konnte das erste traditionelle Fest des neuen Jahres in leicht veränderter Form stattfinden: das St. Clair Fest, dessen Ursprung auf das 18. Jahrhundert zurückgeht, aber erst 1927 wiederbelebt wurde. Termin ist immer der erste Sonntag nach dem 4. Januar.
So wurde heuer am Samstag, den 09.01. abends damit begonnen, 8 Schweine am Spieß zu grillen – die ganze Nacht von Freiwilligen bewacht – und am Sonntag, dem St. Clair Fest, wurde das Fleisch portionsweise verkauft.
Dazu gehörte von 9 – 17 Uhr ein schönes Rahmenprogramm: ein gastronomischer Markt, Musik und Tanz der Folkloregruppe „Les Amis d’Allauch“, Aufführung einer Szene aus der „Pastorale Maurel“ in der Kirche St. Sébastien und Übergabe der Preise für die schönste Weihnachtsbeleuchtung an Privathäusern und Wohnungen durch Bürgermeister de Cala.

Wie bei uns, so leidet auch Allauchs Gastronomie sehr unter dem „confinement“ und darf nur Essen zum Mitnehmen verkaufen. Um diese Möglichkeit zusätzlich zu fördern, hat sich Allauch einer schönen Initiative des Landkreises mit dem Tourismusverbund „Tourisme Provence“ angeschlossen: Bereits zweimal stand ein „gastronomischer Reisebus für Allauchs Genießer“ zur Verfügung, der von Restaurantinhabern kostenlos genutzt werden konnte, um eigene Spezialitäten zum Mitnehmen anzubieten.
So taten sich verschiedene Lokale zusammen, um leckere Menüs und à la carte – Gerichte zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Da der „Resto-Bus“ mit der Aufschrift „Sauve ton resto“ – „Rette Dein Restaurant“ – zentral am Platz des Wochenmarktes stand, war der Erfolg sehr groß. Bei beiden bisherigen Einsätzen wurden jeweils mehr als 200 Gerichte verkauft. Um weiterhin die Gastronomie während des Lockdowns zu unterstützen, plant die Gemeinde, den Verkauf in einer großen Holzhütte auf diesem Platz fortzuführen bis die Restaurantschließungen aufgehoben werden.

Ein weiteres Highlight in unserer Partnergemeinde gab es am 31. Januar: den „Grand Prix Cycliste La Marseilleise“. Nach vielen coronabedingten Rennabsagen in Australien, Argentinien und Mallorca fand das erste große Profi-Straßenradrennen der Saison in Frankreich statt – Start war in Allauch-Logis Neuf.
Bei Traumwetter herrschte großer Andrang, u.a. nahmen 7 „WorldTour – Teams“ teil. Der typische Kurs wurde auf 171 km verlängert und führte über die steilen Hügel rund um Marseille zwischen Cassis und La Ciotat nach Marseille. Abfahrt war um 12.00 Uhr in Logis Neuf – Ankunft am Stadion „Velodrome orange“ in Marseille um 16.00 Uhr.

Auch der 2. Februar, „Maria Lichtmess“ oder „La Chandeleur“ wurde in Allauch begangen. Es ist das Fest der Kerzen, des Lichtes, der wärmer werdenden Sonne. Goldgelbe Crêpes als Symbol der Sonne – vielleicht erklärt sich daraus die Tradition des Crêpe – Essens an diesem Tag in Frankreich. Hält man während des Backens eine Münze in der linken Hand und schafft es, mit der rechten den Crêpe durch Hochwerfen zu wenden und wieder aufzufangen, so erwartet einen ein Jahr in Glück und Reichtum.
In der Umgebung von Marseille findet man einen weiteren Brauch. Anlässlich des „Fête de la Chandeleur“, werden mit Orangenwasser getränkte Gebäckstücke in der Abtei Saint-Victor gesegnet und anschließend verzehrt: die „Navettes“. Ihre Bootsform (Navette bedeutet kleines Schiff) geht der Legende nach zurück auf die wundersame Rettung des heiligen Lazarus und seiner Gefährten und Gefährtinnen, die ohne Ruder und Segel das Mittelmeer überqueren mussten und bei Marseille anlandeten.

Wir sehen, dass in Allauch in dieser kurzen Zeit des neuen Jahres doch schon allerhand stattfand – schade, dass wir nicht dabei sein konnten. Hoffnungsvoll schauen wir auf unsere Reisepläne Ende Mai – ob sie wohl realisiert werden können oder auf den Herbst verschoben werden müssen?
Zumindest möchten wir in diesem Monat erstmals unseren Stammtisch vom 24. Februar um 19.30 Uhr mit Zoom virtuell durchführen. Wir freuen uns darauf, viele Bekannte auf diese Weise „wiederzusehen“!