Neues Kleid für Allauchs Hügel

Vielleicht haben Sie es auch in der Presse gelesen oder im Fernsehen gesehen: Allauch, sowie der ganze Süden des Landes ist in erhöhter Alarmbereitschaft: Der letzte Sommer war viel zu trocken, und der Winter hat auch nicht genügend Wasser gebracht, in den Bergen kaum Schnee, wenngleich sich die Hügel im Norden von Allauch Ende Februar kurz im weißen Kleid zeigten – ein ungewohnter Anblick! Trotzdem: Winterdürre! Schon jetzt, so früh im Jahr, müssen die Bewohner Wasser einsparen.

Nichtsdestotrotz wurde die Ankunft des Frühlings gefeiert. Die Stadt Allauch lud alle Bürger am 12. März ein, am Wiederaufforstungstag teilzunehmen, um die Hügel ab dem kommenden Sommer zu schützen und schöner zu machen. 2000 Bäume und Sträucher wie Wacholder, Weißdorn, Zinnlorbeeren, Sanddorn, Pistazienbäume, blühende Eschen, Steinlinden, Eichen und auch Ebereschen wurden gepflanzt. Unter diesen gut an das südliche Klima angepassten Pflanzenarten finden sich auch Erdbeerbäume, ein Heidekrautgewächs, das hauptsächlich in Mittelamerika und im Mittelmeerraum beheimatet ist. Die Früchte ähneln zwar unseren heimischen Erdbeeren, ihr Geschmack ist jedoch längst nicht so intensiv und eher süßsauer. Oft werden die Früchte zu Wein oder Likör verarbeitet.

Familien konnten die „Akteure der Hügel“ auf einem Umweltforum treffen, so z.B. die Imker von Allauch, das Kommunale Waldbrandkomitee, aber auch Jagdgesellschaften. Dies alles ist Teil eines Prozesses zur Sensibilisierung für Umwelt- und Klimafragen, die immer wichtiger werden, um die Umwelt zu schützen und für die Nachkommen zu erhalten. In diesem Jahr gab es auch zum ersten Mal pädagogische Workshops für Kinder, denn ihnen gehört die Welt von morgen.

Von Pflanzen und Tieren

Regelmäßig wiederkehrende Aktionen läuten in Allauch alljährlich das Frühjahr ein. Dazu gehört z.B. der Tag der Aufforstung – “La journée de reboisement” – an dem sich heuer am 21. März wieder über 2000 Allaucher Bürger aller Altersgruppen beteiligten, um aktiv am Aufforstungsprojekt teilzunehmen, das auch dem neuen Bürgermeister Lionel de Cala sehr am Herzen liegt. Die Gemeinde von Allauch hat eine Fläche von 5.030 ha, davon liegen 4.000 ha in den Collines, die Allauch wie ein Gürtel umgeben und ein wichtiges Erholungsgebiet darstellen. Es gilt, diese einzigartige Landschaft zu pflegen und für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.
Kleine und große Helfer und Mitglieder aus allen Vereinen, die mit den Collines verbunden sind, von den Wandervereinen über den Partnerschaftsverein bis zur Feuerwehr, von den Umweltschutzorganisationen bis zu den Imkern, Schulklassen und Familien waren an diesem sonnigen Tag im Einsatz für die Erhaltung der Collines. In familiärer Atmosphäre pflanzten sie die unterschiedlichsten heimischen Bäume und Sträucher: Eichen, Pistazienbäume, Erdbeerbäume, Lorbeer- und Thymianbüsche. Mehr als 2.500 Pflanzen wurden mit Sorgfalt von den vielen Freiwilligen gesetzt. Und diese Aktion wird keine Einzelaktion bleiben: Jede Schulklasse in der Gemeinde soll in den Wochen danach einen Schultag in den Collines verbringen. Auch den Kindern und Jugendlichen soll dieser Naturschatz ans Herz wachsen.

Sich in intakter Natur frei bewegen zu können, ist in Zeiten von Corona wichtiger denn je. Daran angeschlossen hat sich in diesem Jahr eine zusätzliche Aktion, die den Ruf Allauchs zur ersten umweltbewussten Gemeinde der Provence festigen soll: die altbewährte ökologische Pflege von Grünflächen durch Esel. Seit Februar läuft der einjährige Vertrag der Gemeinde Allauch mit einem Eselzüchter der Region, der nun 10 „neue Bewohner“ in die Hügel von Allauch entsandt hat, die all das fressen werden und sollen, was in den Collines nicht erwünscht ist.
Ein Highlight im Frühling ist auch der Pflanzen- und Blumenmarkt, der “Marché aux Plantes et aux Fleurs“, der am Sonntag, 28. März im Zentrum Allauchs stattfand und das Herz der Blumenliebhaber mit seiner Blütenpracht und dem Duft des Frühlings höherschlagen ließ. Alle kamen auf ihre Kosten: Hobbygärtner und Neugierige, angehende und erfahrene Gärtner, denen die Profis mit Rat und Tat zur Verfügung standen.
Erfreulicherweise konnte der Markt trotz Corona stattfinden. Die Maskenpflicht und andere Maßnahmen, wie ein festgelegter Rundweg durch den Markt, machten es möglich. Übrigens ist Allauch nicht nur traditionsbewusst, sondern auch fortschrittlich: Heuer wurde dort die erste Elektrotankstelle eröffnet!

Goldmedaille für Allauch – Februar 2018

Unsere Partnerstadt Allauch darf sich über eine Goldmedaille freuen: Ihr großes Engagement bei der Erhaltung der “Collines“, der bewaldeten Hügel um Allauch, wurde in Paris vom Senat mit der „Territoria Or 2017„  entsprechend gewürdigt. Die Medaille nahmen Frau Mauricette Drouot, frühere Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und jetzige Assistentin des Bürgermeisters Povinelli, und Frau Coutenet, verantwortliche Gemeinderätin für den „Schutz der Collines“ mit großer Freude entgegen.
Aus  150 Bewerbern wurde die Gemeinde Allauch wegen ihrer seit vielen  Jahren regelmäßig organisierten „Journées de reboisement“ (Tage der Aufforstung) ausgewählt. Die Grundidee dazu ist, die Bevölkerung, insbesondere auch die Jugend, für den Erhalt der Natur als Quelle des Lebens zu sensibilisieren, eine Natur, die gerade um Allauch herum  durch sommerliche Waldbrände immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wird.
So kam 1997 das  Feuer sogar bis an die Häuser unserer Freunde heran – bei der späteren Baumpflanzaktion hat übrigens auch die Gemeinde Vaterstetten aktiv mitgewirkt. Für die  „Tage der Aufforstung“ stellt die Gemeinde Allauch alljährlich 2000 Bäumchen, Büsche und Kleingewächse zur Verfügung, die von der Bevölkerung unter professioneller Anleitung eingepflanzt werden. Dabei bringt jeder sein eigenes Gartenwerkzeug mit. Vorrang haben die typischen mediterranen Gewächse wie Steineiche,  Lorbeer, Erdbeerbaum und Mehlbeere. Wer will, darf seinen Namen mit einem Schild an der Baumstütze anbringen. Unser Partnerschaftskomitee beteiligt sich bereits seit 16 Jahren an dieser Aktion.
Weitere  Aktionen sind begleitend organisiert:  Schulausflüge und Projektarbeit der Schüler,  Demonstrationen der Feuerwehr ihrer  Löschmöglichkeiten sowie in Erster Hilfe mit und ohne Defibrillator und seitens der Gemeinde ein gemeinsames Picknick aller Helfer. 
Nach Auffassung der Jury verdient dieses  Projekt Allauchs die Goldmedaille, weil es problemlos auf andere Gemeinden übertragbar ist, denn jedermann, jeder Verein, jede Gruppe, jede Schulklasse könnte zur Verschönerung und Aufrechterhaltung der Natur beitragen, z.B. durch Pflanzaktionen von Blumen auf Kreisverkehren und am Straßenrand.
Wir sind stolz auf unsere Allaucher Freunde und gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung. Auch wir aus der Gemeinde Vaterstetten sind ja in Sachen Natur, Baumerhalt, Grünflächen, Blumenpflanzungen engagiert – eine weitere Parallele zu unserer Partnerstadt! 

Termine des Partnerschaftsvereins Vaterstetten: 
23. oder 25.04. Filmabend „Birnenkuchen mit Lavendel“ – französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Ort: Clubraum  „Maria Königin“  Baldham, Brunnenstr. 1
Der genaue Termin wird in der Presse kurzfristig bekanntgegeben.
DER STAMMTISCH VOM 24.04. ENTFÄLLT!
25.05. – 01.06. Busreise nach Allauch – noch wenige Plätze frei. Anmeldung über das Formular auf  www.vaterstetten-allauch.de oder bei Inge Mayer-Simon, Tel. 08106- 997802